Interviewreihe: Berufstätige Mamas

kind und karriere

Kinder und Karriere, geht das überhaupt?

Eine Patentlösung, die alle Probleme löst haben wir leider auch nicht. Aber manchmal hilft es einfach nur zu hören wie andere Mütter das so hinbekommen und das es wirklich schwierig ist. Aus diesem Grund wollen wir regelmäßig berufstätige Mütter befragen wie sie den Spagat zwischen Familie und Job hinbekommen.

1. Hallo Martina, wie sieht dein Alltag aus?
Je nachdem wann die Kinder mich wecken stehe ich zwischen 06:00 Uhr und 07:30 Uhr auf. Um viertel nach 08:00 Uhr machen wir uns mit Kinderwagen und Laufrad auf den Weg zur Kita. Gegen 09:00 Uhr bin ich wieder daheim und fange an zu arbeiten. Als Informatikerin kann ich von zuhause aus arbeiten. Nur hin und wieder muss ich für Meetings zu meinem Kunden. Dieser befindet sich aber ebenfalls in München, also ist das kein Problem. Ich arbeite bis 15.30 Uhr, dann mache ich mich auf den Weg zur Kita und hole meine Kinder ab. Danach gehen wir spazieren, einkaufen oder, wenn das Wetter schön ist, holen wir uns vom Bäcker ein paar Quarkbällchen oder eine Brezel und setzten uns auf dem Spielplatz auf eine Decke und lassen es uns gut gehen. Um 18:00 Uhr essen wir zu Abend. Bis dahin ist auch mein Mann daheim und um 20:00 Uhr sind die Kinder im Bett.

2. Wie hat sich dein Berufsalltag verändert?
Ja, da ich pünktlich Schluss machen muss ist der Druck höher. Meine Arbeit ist sehr ergebnisorientiert. Wann ich die Arbeit machen, wo und wie lange ich dafür brauche ist meine Sache. Die Arbeit muss einfach zu bestimmten Terminen fertig werden. Deswegen arbeite ich jetzt viel konzentrierter und effektiver. Da ich allein zuhause bin lenkt mich nichts ab. Ein Auge ist immer auf der Zeit. Oft lasse ich die Mittagspause aus, das ist mir lieber als mich abends noch einmal hinzusetzen, wenn die Kinder schlafen.

3. Bleibt da noch Zeit für Hobbys?
Meine freie Zeit für mich ist abends zwischen 20:00 Uhr und 23:00 Uhr. In dieser Zeit schaue ich fern, lese oder arbeite für miniWo. Da ich aber sehr gerne programmiere, sehe ich das eigentlich nicht als Arbeit, sondern als mein Hobby. Ich sitze dabei auf dem Sofa in meiner Ecke mit dem Laptop auf dem Schoß und mache es mir gemütlich.
Ansonsten habe ich das Glück, dass ich zwei Omas in der Nähe habe, die mich sehr unterstützen. Die Kinder übernachten auch öfters mal bei den Omas, sodass mein Mann und ich einen freien Abend haben.

4. Wie kann man Familie und Beruf unter einen Hut bringen?
Ohne Unterstützung ist es wirklich schwierig. Aber es wird einfacher, wenn die Kinder älter werden, dann sind sie auch nicht mehr so oft krank. Wenn meine Kinder krank sind kommt meistens eine Oma und betreut die Kinder und ich bin ja auch noch in der Wohnung wenn was ist. Dadurch kann ich aber arbeiten und habe nicht so viele Fehltage. Ohne diese Hilfe wären mein Mann und ich in den letzten Jahren öfters mal in Schwierigkeiten gewesen. So kann ich auch wichtige Meetings wahrnehmen, die spät am Nachmittag stattfinden.

5. Wie unterstütz dich dein Arbeitgeber im Berufsalltag?

Absolut! Ich kann von zu Hause aus arbeiten. Ich arbeite Gleitzeit, aufgebaute Überstunden kann ich bei Bedarf wieder abbauen, so habe ich eine Art Zeitpolster, wenn mal etwas mit den Kindern ist. Ich konnte mich auch, trotz der Kinder, beruflich weiterentwickeln. Ich arbeite an sehr interessanten und anspruchsvollen Projekten. Dass ich kleine Kinder habe interessiert dabei keinen, allerdings kann ich mir auch keine längeren Fehlzeiten leisten.

6. Was liegen die Schwierigkeiten?
Also ich finde die Tage oft anstrengend. Zwei Kleinkinder in der Früh fertig machen, sie rechtzeitig in die Kita bringen, arbeiten, schnell wieder abholen, spielen, dann Abendessen machen und so weiter. Das ist einfach viel anstrengender als wenn man einfach nur in die Arbeit geht und arbeitet bis man fertig ist und dann wieder nach Hause geht.
Aber das sind nur hin und wieder kleine Durchhänger. Ich weiß, dass ich es sehr gut habe (viel Unterstützung und einen idealen Job) und viele mit viel größeren Problemen zu kämpfen haben.

7. Was hat dir in der Vergangenheit geholfen?

Ich finde die Qualität der Kinderbetreuung sehr wichtig. Ich habe mir meine Krippe sehr genau ausgesucht und danach so oft angerufen, bis ich einen Patz bekommen habe. Jetzt habe ich ein gutes Gefühl wenn ich meine Kinder dort abgebe und sie fühlen sich wohl. Dadurch kann ich mich besser auf die Arbeit konzentrieren und habe auch kein schlechtes Gewissen.

8. Was wäre für dich eine zusätzliche Entlastung?
Weniger Meetings nach 15:00 Uhr.

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